Achtsame Fotografie: Wie uns Fotos dabei helfen können glücklicher zu sein

Fotografie

Achtsamkeit beschreibt eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit. In einem achtsamen Zustand erleben wir die aktuelle Situation ohne sie zu bewerten, wir nehmen einfach war und sind ganz im Moment. Dieser Zustand kann trainiert werden und ist mit einer Vielzahl an positiven Auswirkungen assoziiert. Regelmäßige Achtsamkeitsübungen sind laut Studien mit Wohlbefinden, positiven Gefühlen, einer günstigeren Immunaktivität hinsichtlich der Antikörperproduktion¹ und zufriedenen Partnerschaften² assoziiert. Außerdem beugen sie Stress³ und Depressionen⁴  vor.

Es gibt viele Möglichkeiten, um Achtsamkeit zu praktizieren. Angefangen von Atemübungen von wenigen Minuten, über Yoga hin zu Meditation.
Eine schöne und leicht umsetzbare Möglichkeit ist die Achtsame Fotografie (Mindful Photography). Jaime L. Kurtz und Sonja Lyubomirsky rückten die Technik in den wissenschaftlichen Fokus.

Das Glücksrezept funktioniert wie folgt:

Voraussetzung: Sie brauchen einen Fotoapparat, ein Smartphone mit Fotofunktion oder etwas Vergleichbares.

Nehmen Sie sich vor am heutigen Tag mindestens fünf Fotos zu machen. Während Sie das tun, denken Sie über die Dinge nach, die Ihnen Freude oder Vergnügen bereiten. Beispiele hierfür könnten z.B. Ihre Freunde, die bunten Tulpen im Garten, ein leckeres Essen oder ein schöner Blick auf die Bergkulisse sein. Fangen Sie genau solche Dinge ein, indem Sie sie fotografieren.

Nehmen Sie sich darüber hinaus am Abend Zeit, um die Fotos anzusehen. Lassen Sie den Tag anhand der Fotos Revue passieren. Erinnern Sie sich an die positiven Gefühle und Gedanken, die Sie in den jeweiligen Momenten erlebt haben. Vielleicht haben Sie Lust die Fotos mit anderen zu teilen oder darüber zu erzählen. Dadurch wird der positive Effekt noch größer.

Merken Sie, wie sich Ihre Stimmung, Ihre Gefühle und die Wahrnehmung der Umwelt verändert? Vielleicht sind Sie dankbar für das, was Sie heute erlebt haben. Vielleicht lächeln Sie, wenn Sie sich zurück erinnern, vielleicht freuen Sie sich auch schon auf den nächsten Tag, der wieder voller schöner Überraschungen sein wird.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Tag voller achtsamer Momente!

Herzlichst Ihre,

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

Katze und Tulpen

¹ Davidson, R., et al. (2003). Alterations in Brain and Immune Function Produced by Mindfulness Meditation. Psychosomatic Medicine, 65, 564-570.
² Carson, J., et al. (2004). Mindfulness-Based Relationship Enhancement. Behavior Therapy, 35, 471-494.
³ Beddoe, A. & Murphy, S. (2004). Does Mindfulness Decrease Stress and Foster Empathy Among Nursing Students? Journal of Nursing Education, 43(7), 305-312.
⁴ Teasdale, J., et al. (2000). Prevention of Relapse/Recurrence in Major Depression by Mindfulness-Based Cognitive Therapy. Journal of Counseling and Clinical Psychology, 68(4), 615-623.

 

2 Kommentare

  1. Hallo, liebe Melanie,

    genau dies habe ich bei unserem Sonntagsspaziergang heute auch gedacht, eigentlich müsste ich viele Fotos oder Videos machen, um die achtsamen Momente einfangen zu können. Ich betrachte jetzt die Natur viel besser, schaue mir die Bäume genau an, schweife aber in Gedanken dann wieder ab zu irgendwelchen Problemen oder sonstigen Gedanken und reiße mich dann wieder zusammen um mich auf das zu konzentrieren, was ich gerade sehe und bestaune.

    Vielen Dank für Deine sehr gelungene Homepage.

    1. Liebe Angela,
      Vielen Dank für Dein positives Feedback, das mich sehr freut!
      Das was Du beschreibst ist ganz normal: Unsere Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu belassen und dabei weder zu bewerten noch unseren Alltagsgedanken oder -problemen nachzuhängen ist gar nicht so einfach und braucht einiges an Training. So wie man im Fitnessstudio auch nicht sofort eine halbe Stunde konzentriertes Training durchhält (zumindest nicht ohne Muskelkater), so ist es auch mit der Achtsamkeit. Da sind am Anfang wenige Minuten schon sehr viel! Das Wichtigste beim Abschweifen der Gedanken bei einem achtsamen Spaziergang oder einer Achtsamkeitsübung ist, dass man die Aufmerksamkeit freundlich wieder zurücklenkt, ohne sich dabei Vorwürfe zu machen oder mit sich selbst zu schimpfen. Dabei kann das Bild helfen, die Gedanken auf eine Wolke zu setzen und diese davonziehen zu lassen oder aber wie Blätter in einem Fluss vorbeiziehen zu lassen. Die Bilder lassen sich besonders gut mit der Realität verbinden, wenn man gerade einen Wolkenhimmel oder einen Fluss auf seinem Spaziergang sieht.
      Ich wünsche Dir weiterhin viele achtsame Momente!
      Liebe Grüße,
      Melanie Hausler

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