Die eigene Zukunft positiv beeinflussen: Best possible Self

Zuversicht ist eine optimistische Haltung in Richtung Zukunft. Außerdem ist sie ein wesentlicher Bestandteil unseres Werteglücks und lässt uns im Hier und Jetzt wohler fühlen. Wer ein realistisches und positives Zukunftsbild hat, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewünschte auch tatsächlich eintritt.

Ich wünsch mir was…

Barbara Fredrickson erforscht seit Jahren, wie sich unsere Gefühle auf unser Wahrnehmen und Verhalten auswirken. Sie hat herausgefunden, dass wir in einer positiven Stimmung viel mehr Dinge um uns herum wahrnehmen, während negative Gefühle unsere Wahrnehmung einschränken.

Das liegt daran, dass wir in gefährlichen Situation fokussiert sein müssen, die Gefahr erkennen, uns nicht ablenken lassen, damit wir in schnellstmöglicher Zeit angemessen reagieren können: mit Flucht, Kampf oder Erstarren (flight, fight or freeze).

Das Problem ist nur, wenn wir aus diesem Modus nicht mehr herauskommen. Auch wenn wir uns nicht in Lebensgefahr befinden, können wir aufgrund einer negativen Grundstimmung viele Chancen um uns herum nicht mehr erkennen, weil wir unsere Wahrnehmung gewohnheitsmäßig eingeschränkt haben.
Während wir im Normalfall nichts dafür tun müssen, dass wir uns gestresst fühlen und negative Emotionen erleben, kann es passieren, dass wir es verlernt haben uns regelmäßig gut zu fühlen und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen.

Wenn wir jedoch bewusst unsere Wahrnehmung erweitern, achtsam unsere Umgebung und Personen, die uns begegnen wahrnehmen – bieten sich uns automatisch mehr Möglichkeiten und wir können viel wahrscheinlicher die Chancen ergreifen, die sich uns bieten. Außerdem führt das regelmäßige Erleben von guten Gefühlen dazu, dass wir motivierter sind, eine positive Ausstrahlung haben und erfolgreicher sind.

Positive Emotionen können zu einer so genannten Aufwärtsspirale führen, die sich ganz von alleine fortsetzt!

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Die Positive Psychologie bietet eine Übung, welche uns optimistischer macht und die Aufwärtsspirale in Schwung bringt:

Best Possible Self („Ich in der Zukunft“)
Nehmen Sie sich etwa eine halbe Stunde Zeit, um aufzuschreiben, wo Sie sich in einem Jahr sehen. Wählen Sie einen Lebensbereich aus, mit dem Sie sich beschäftigen möchten, z.B. Beruf, ein privates Projekt, Ihre Beziehung…
Überlegen Sie anschließend für diesen Bereich ganz konkret, wer Sie in einem Jahr sein möchten, woran Sie das merken, wie Sie sich fühlen, was Sie denken.
Sie können die Übung alle paar Wochen wiederholen und neue Ideen in Ihre Zukunftsvision einbauen. Führen Sie die Übung für Ihre verschiedenen Lebensbereichen getrennt aus. Lassen Sie mindestens eine Woche dazwischen verstreichen, um die positive Wirkung der Übung voll auskosten zu können.

Lassen Sie sich überraschen, wie Sie die Aufwärtsspirale in Ihrem Leben damit in Gang setzen.

Es kann nichts schiefgehen. Das einzige, was passieren kann, ist, daß die Dinge einen anderen Verlauf nehmen als geplant.

Stephan Sarek

Ihre,

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

Erfolge feiern

Jeder von uns hat schon viel im Leben erreicht, ist viele Schritte gegangen, hat viele Krisen durchlebt, vieles durchgestanden, geschafft und bewältigt – bis wir dorthin gekommen sind, wo wir uns jetzt im Moment befinden. Auch wenn vielleicht nicht alles im Leben unserem Idealbild entspricht, gibt es mit Sicherheit rückblickend viele kleine oder größere Ziele, die wir erreicht haben und auf die wir stolz sein können.

Wenn wir uns diese Erfolge – private oder ganz persönliche genauso wie berufliche – immer wieder bewusst machen und uns dabei selbst auf die Schulter klopfen, fühlen wir uns wohler, haben mehr positive Gefühle und sind motivierter.

Schnell kann es passieren, dass wir von einem zum nächsten Ziel jagen und dabei ganz vergessen dazwischen inne zu halten und unsere Fortschritte zu würdigen, uns zu belohnen und stolz zu sein. Dabei ist gerade das ausschlaggebend dafür, dass wir auch weiterhin motiviert und erfolgreich sind. Glücklich werden wir nicht nur durch das Erreichen von Zielen, sondern auch insbesondere durch das wahrnehmen und wertschätzen von Erfolgen.

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Die Positive Psychologie hält hierzu die folgende Übung parat:

„Meine Erfolge“

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, setzen sich an einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und lassen Ihre Gedanken fließen: Was sind die 10 größten Erfolge in Ihrem Leben und was haben Sie dazu beigetragen, dass diese überhaupt zustande kommen konnten? Wichtig ist, dass Sie unter Erfolgen nicht nur solche Dinge wie Beförderungen etc. im beruflichen Kontext sehen, sondern den Schwerpunkt darauf legen, dass es für Sie persönlich etwas besonderes war. Diese Dinge kommen Ihnen vielleicht nicht sofort in den Sinn. Deshalb nehmen Sie sich wirklich die volle halbe Stunde Zeit, um Ihr bisheriges Leben auf positive Erlebnisse zu scannen. Es kann z.B. ein großer Erfolg sein, dass Sie hier her gefunden haben, um sich mit Ihrem persönlichen Glück auseinander zu setzen und beschlossen haben Ihr Glück selbst in die Hand nehmen. Vielleicht haben Sie sich aus einer Energie raubenden Beziehung gelöst, haben viel Kraft dafür aufgewendet und sind für sich eingetreten. Vielleicht haben Sie ein Kind groß gezogen, welches nun selbstständig in die Welt hinaus zieht, sein Leben selbst in die Hand nimmt und Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass es nun dort steht, wo es steht. Vielleicht haben Sie Ihren Hund zum bravsten Hund der ganzen Ortschaft erzogen oder sind für Ihre Kochkünste im ganzen Bekanntenkreis bekannt. Vielleicht haben Sie Ihren Eltern einmal so richtig die Meinung gesagt oder Sie haben für sich einen Job/ eine Ausbildung/ ein Studium gefunden, wo Sie das Gefühl haben, dort können Sie Ihre Stärken leben und Ihren Interessen nach gehen… Die Liste lässt sich beliebig ergänzen. Gehen Sie von den großen Lebensereignissen weiter in Details und ferne oder weniger ferne Erinnerungen.

Machen Sie sich keinen Stress, wenn es keine 10 Dinge sind. Ergänzen Sie die Liste mit der Zeit. Wenn Sie einmal den Fokus auf Ihre Erfolge gelegt haben, werden Ihnen im Alltag viel häufiger Erfolge auffallen, die Sie vorher vielleicht gar nicht als solche wahrgenommen haben.

Die Übung lässt sich übrigens sehr gut mit der Übung „Die Drei Schätze“ verbinden.

Stolz sein auf sich und seine Erfolge ist etwas anderes als Überheblichkeit. Letztere wird im allgemeinen als unerwünschter Charakterzug angesehen. Möglicherweise liegt es darin begründet, dass viele von uns sich gar nicht trauen, Ihre Erfolge zu erzählen oder positive Gefühle basierend auf Ihren Erfolgen zuzulassen. Dabei stellt gerade das einen wesentlichen Bestandteil unseres Glücks dar und nebenbei verbessert sich auch noch unsere Ausstrahlung.

Seien Sie stolz auf sich!

Tief im Erinnern
ruht Glückseligkeit,
ein himmlisches Entzücken,
hinab die Seele in sich selber steigt,
im Innern tief sich zu erblicken.

Dr. Carl Peter Fröhling

Denn sich an bewältigte Schwierigkeiten, erreichte Erfolge, Meilensteine und persönliche Entwicklungsstufen zu erinnern, kann ein kleines Stückchen Glück bedeuten, für das wir nichts tun müssen, als uns zu erinnern.

Ihre,

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

Mit Leichtigkeit zum Erfolg: Ziele verwirklichen

Brücke in Schottland als Symbol für den Weg zum Ziel

Wir alle haben Ziele. Jeden Monat, jede Woche, jeden Tag. Oft benennen wir sie nur nicht als solche. Ein Beispiel für einen Montag Vormittag:

Ziel Nummer 1: pünktlich aufstehen
Ziel Nummer 2: das Frühstück gut zubereiten
Ziel Nummer 3: den Weg in die Arbeit gut bewältigen
Ziel Nummer 4: die Kollegen freundlich begrüßen (ohne sich die Müdigkeit allzu sehr anmerken zu lassen)
Ziel Nummer 5: die Arbeitsaufgaben gut bewältigen
und so weiter…

Ziele sind wichtig. Sie fokussieren unsere Aufmerksamkeit, bündeln unsere Energie, ihr Erreichen gibt uns Selbstvertrauen und lässt uns stolz sein und ihr Nichterreichen lässt uns wachsen. In Summe fühlen wir uns wohler.

Doch um die positiven Effekte fühlen zu können, müssen uns die Ziele bewusst sein. Das lässt sich mit dem folgenden Vorhaben ganz einfach bewerkstelligen:

„Wohlfühlziele“

Nehmen Sie sich jeden Morgen ein kleines Ziel vor, welches Sie sich bewusst machen. Es kann jeden Morgen ein neues Ziel sein, oder für einen längeren Zeitraum dasselbe.

Es gibt einige Dinge dabei zu beachten, damit es Wohlfühlziele werden:

Formulieren Sie Annäherungsziele und keine Vermeidungsziele.
Annäherungsziele sind positiv formuliert. Es wird ganz klar an der Formulierung deutlich, dass Sie etwas erreichen möchten. Z.B. Sie möchten sich gut fühlen. Sie möchten ein leckeres Mittagessen kochen. Oder Sie möchten diese Woche im Job eine Aufgabe abschließen…
Vermeidungsziele sind negativ formuliert. Es geht um etwas, das Sie NICHT erreichen und folglich vermeiden möchten. Z.B. Sie möchten auf keinen Fall zu spät zum Meeting kommen. Sie möchten die Deadline nicht verpassen. Sie möchten ihre Freundin nicht verärgern…

Gipfelkreuz welches die Zielverwirklichung symbolisiert

Formulieren Sie SMARTe Ziele. Das Akronym steht für die folgenden Inhalte:
S = spezifisch
M = messbar
A = akzeptiert
R = realistisch
T = terminiert
Das bedeutet, dass Sie sich am besten ganz eindeutige, konkrete, erwünschte und realistische Ziele setzen, die mit einem klaren Zeitpunkt versehen sind, bis wann Sie sie erreichen wollen. Ziele, die so formuliert werden, werden viel leichter erreicht und führen zu mehr Wohlbefinden.

Ein Beispiel:
Nehmen wir an, Sie haben es sich zum Ziel gesetzt glücklicher zu werden.
Das ist ein tolles Ziel, allerdings ein sehr allgemeines und unspezifisches.
Wie ließe sich das Ziel umformulieren? Indem wir einen Aspekt des Glücks – das Wohlfühlglück – herausgreifen:

Spezifisch = Sie möchten gerne jeden Tag mindestens dreimal positive Emotionen erleben.

Messbar = Sie merken das, indem Sie sich diese Dinge abends notieren. (s. Übung „Die Drei Schätze“)

Akzeptiert = Sie sind intrinsisch motiviert, d.h. Sie wollen es wirklich!

Realistisch = Sind die drei Dinge pro Tag realistisch? Wie viele waren es innerhalb der letzten Tage? Wenn Sie Bauchweh allein bei dem Gedanken bekommen, dann reduzieren Sie den Anspruch. In der ersten Woche reichen z.B. einmal positive Gefühle pro Tag. Passen Sie das Ziel so an, dass es sich gut anfühlt.

Terminiert = Sie möchten das Ziel z.B. innerhalb der nächsten 4 Wochen erreichen. Notieren Sie sich ein Enddatum (z.B. der Monatserste).

Wählen Sie positive Ziele, die Sie wirklich möchten und keine, die eigentlich Vermeidungsziele sind oder Ziele sind, die anderen gefallen.

Der Fluß

Der Fluß fließt schön und klar.
Viele Farben spiegeln sich wider.
Er hat ein Ziel- sehr reizvoll.
Soll ich eintauchen und den leichten Weg nehmen?-
Nein, ich will mein eigenes Ziel.

Melanie Drexel

Und ganz wichtig: Setzen Sie die Latte nicht zu hoch und wählen Sie kleine Ziele.

Wenn Sie nur den geringsten Zweifel haben, dass Sie das Ziel auch wirklich erreichen können, reduzieren Sie den Anspruch trotzdem nochmal ein Stück. Wenn Sie das Ziel zu hoch ansetzen und es dann nicht erreichen (wegen Zeitmangel oder anderen Gründen), sind Sie höchstwahrscheinlich gefrustet. Setzen Sie sich lieber ein kleineres Ziel, welches Sie dafür wirklich – trotz aller Widerstände – erreichen können.

Denn gerade die kleinen Ziele, Wünsche und positiven Erlebnisse und Erfolge… können das Glück in unseren Alltag bringen.

Ihre

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

Dankbar sein im Alltag: Das Dankbarkeitstagebuch

Dankbarkeit ist eine der 24 Charakterstärken. Dankbarkeit als Charakterzug bedeutet, dass sich einige Menschen kaum Gedanken darüber machen brauchen, da die Dankbarkeit zu ihrem Leben dazu gehört. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass dankbare Menschen glücklicher sind, als weniger dankbare.

Wie oft waren Sie innerhalb der letzten Woche dankbar?

Wenn Sie sich mit der Antwort schwer tun, es nicht genau wissen und nicht klar sagen können: mindestens einmal pro Tag – dann ist die folgende Übung aus der Positiven Psychologie etwas für Sie:

Das Dankbarkeitstagebuch

Nehmen Sie sich einmal pro Woche ca. 20 Minuten Zeit. Am besten regelmäßig gekoppelt an einen bestimmten Tag und eine bestimmte Zeit, z.B. immer Sonntag Vormittag, um die Übung zur Routine werden zu lassen.
Dann überlegen Sie, wofür Sie innerhalb der letzten Minuten, Stunden, Tage und Wochen dankbar waren. Welche Dinge waren nicht selbstverständlich? Oder vielleicht selbstverständlich und gerade deshalb so wunderbar, weil sie jeden Tag wiederkehren? Die Dinge können sich auf alle Lebensbereiche beziehen. Wir können im Prinzip für alles dankbar sein:

  • auf uns selbst (z.B. dankbar sein dafür, dass Sie ein (kleines) Ziel erreicht haben oder heute selbstbewusst aufgetreten sind…)
  • auf andere Personen (z.B. dankbar sein, dass eine Freundin angerufen hat und sich nach Ihrem Wohlbefinden erkundigt hat oder Ihnen der Arbeitskollege unter die Arme gegriffen hat…)
  • auf die Umgebung (z.B. dankbar sein, dass das Wetter wunderbar war, die Katze heute besonders viele Streicheleinheiten entgegen genommen hat oder der Cappuccino so lecker geschmeckt hat…)

Wir können in verschiedenen Zeitperspektiven dankbar sein:

  • kurzfristig – für Dinge, die uns einmalig passiert sind oder wir einfach im Moment als angenehm empfunden haben (z.B. ein Stück Kuchen, das wir genossen haben oder die Sonnenstrahlen, die uns heute gewärmt haben…)
  • mittelfristig – für Dinge, die in letzter Zeit gut gelaufen sind (z.B. Ziele die wir erreicht haben, Freundschaften, die uns Kraft geben…)
  • langfristig – für Dinge, die in unserem Leben gut gelaufen sind (z.B. für eine glückliche Beziehung, Ihre Kinder oder Ihre Lebenssituation im Allgemeinen…)

Dankbarkeit kann uns sehr viel Kraft und Glück beschweren. Häufig schätzen wir unser Leben oder gewisse Ereignisse darin erst dann, wenn wir es in Gefahr sehen. Wenn jemand Nahestehendes erkrankt ist, wir einen traurigen und berührenden Film gesehen haben oder wir selbst eine schwere Zeit durchmachen mussten. Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihnen bewusst wird, was Sie eigentlich alles glücklich macht in Ihrem Leben?

Dieses Gefühl kann Bestandteil Ihres Alltags werden, indem Sie sich regelmäßig die obigen Fragen stellen.

Die Übung lässt sich übrigens gut mit der Übung „Die Drei Schätze“ verbinden.

Probieren Sie es aus!

Denn ein achtsamer und dankbarer Blick auf uns, die Menschen in unserem Leben und auf unsere Umgebung… kann ganz wesentlich zu unserem Glück beitragen.

Die Zufriedenheit ist die Zwillingsschwester der Dankbarkeit.

Ernst Ferstl

Danke, dass Sie den Weg auf meine Homepage gefunden haben.

Ihre

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

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Einfach gut fühlen: Der positive Tagesrückblick

Buch

Positive Emotionen sind wesentlicher Bestandteil des Wohlfühlglücks. Das subjektive Glücksgefühl wird durch ein häufiges Erleben positiver Emotionen verstärkt.

Es gibt eine sehr wirksame Übung, welche uns dabei helfen kann. Sie ist die wohl bekannteste Übung aus dem Bereich der Positiven Psychologie:

„Positiver Tagesrückblick“ oder „Die Drei Schätze“
Am besten suchen Sie sich zunächst ein kleines Büchlein. Ein Büchlein, welches sie gerne in die Hand nehmen. Nennen wir es Ihre Anleitung zum individuellen Glücklichsein. Das klingt doch gut, oder? 🙂 Wie also funktioniert das:

Zuerst stellen Sie sich abends vor dem zu Bett gehen die folgende Frage:

Was war heute schön?

Und notieren sich anschließend die Dinge, die Ihnen eingefallen sind in Ihr Buch.
Optimal wäre es, wenn Sie drei Dinge notieren. Selten werden es große Dinge sein, wie „Ich habe eine Prüfung bestanden“. In der Regel werden es eher die kleinen Dinge sein, die dort Platz finden werden (und auch sollen). Auch wenn Sie Ihnen vielleicht gar nicht so bedeutsam erscheinen – Hauptsache ist, dass Sie ein gutes Gefühl haben, wenn Sie daran denken.

Was sind das für kleine Dinge?
Es können die Erdbeeren sein, die Sie heute gekauft und anschließend genüsslich verzehrt haben, oder Ihre Kollegin, die Sie im Vorbeigehen freundlich angelächelt hat. Vielleicht waren es aber auch die wärmenden Sonnenstrahlen, als Sie sich heute in der Mittagspause auf eine Parkbank gesetzt haben…
Sie sehen – es können wirklich kleine Dinge sein.

Der nächste Schritt der Übung ist dann die folgende Frage:

Was habe ich dazu beigetragen, dass es schön wurde?

An dieser Stelle geht es darum sich zu überlegen was Ihr Beitrag, ihr Zutun war, um die schönen Erlebnisse überhaupt erst möglich zu machen.

Sie haben also die Erdbeeren erst einmal ausgewählt (auch wenn sie vielleicht schon viel zu teuer waren für diese Jahreszeit). Und noch viel wesentlicher: Sie haben die Erdbeeren beim Essen bewusst genossen! (Stichwort: Achtsamkeit) Ihre Kollegin hat Sie vermutlich angelächelt, weil Sie ebenfalls gelächelt haben und Sie auch sonst freundlich zu ihr waren. Und die Sonnenstrahlen auf der Parkbank wurden nur möglich zu spüren, weil Sie sich spontan dazu entschlossen hatten, heute in der Pause mal an die frische Luft zu gehen, auch wenn es vielleicht nur 10 Minuten waren…

Anfangs ist es vielleicht schwierig für Sie gleich drei schöne Dinge im Tagesrückblick zu finden. Dann fangen Sie mit einem oder zwei Erlebnissen an. Oder noch besser: Setzen Sie die Schwelle einfach noch ein bisschen weiter herunter und nehmen das tägliche (und trotzdem leckere) Frühstück oder den Kaffee im Büro am Nachmittag hinzu. Mit der Zeit wird Ihr Fokus tagsüber automatisch Ihre Erlebnisse scannen, welche am Abend potenzielle positive Erlebnisse sein können. Das wiederum kann dazu führen, dass Sie bewusst einige der schönen Erlebnisse häufiger erleben, einfach weil Ihnen bewusster wird, was Ihnen gut tut und Sie (kurz- oder langfristig) glücklich macht. Ihr Büchlein wird also zur Schatzkiste mit potenziell glücklich machenden Ideen, die Sie konkret und realistisch in Ihrem Alltag umsetzen können.

Als Resultat haben Sie dann eine Anleitung zu Ihrem ganz individuellen Wohlfühlglück!

Denn wie Charlie Chaplin bereits sagte:

Jeder Tag ohne Lächeln
ist ein verlorener Tag.

Ihre,

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

Im Tun aufgehen: wie uns unsere Stärken stärken

Wenn wir in unseren alltäglichen Tätigkeiten, unserem Job oder im Privatleben engagiert sind, im Tun aufgehen, im sogenannten Flow sind – also uns authentisch, lebendig und wirksam fühlen und das Gefühl haben von „Das bin wirklich Ich“ – trägt das ganz maßgeblich zu unserem Wohlbefinden bei. Aktuelle Forschung beschäftigt sich genau mit dieser Frage: Was können wir tun, damit wir den Flow-Zustand erreichen und uns wohlfühlen, mit dem was wir tun.

Anwendung unserer Stärken

In einer Studie im Rahmen meiner Doktorarbeit wurde der Zusammenhang zwischen der Anwendung von charakteristischen Stärken in Bezug auf Wohlbefinden, psychische und sogar physischer Gesundheit bestätigt. Außerdem konnten Arbeitsengagement und Burnout als vermittelnde Faktoren identifiziert werden. Was bedeutet das in der Praxis?

Jeder von uns hat 3-7 sogenannte Signaturstärken. Mehr zu den Charakterstärken, welche das sind und wie sie im Detail mit Wohlbefinden zusammenhängen finden Sie unter Charakterstärken.

Dazu ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie haben die Stärke Kreativität als eine ihrer individuellen hervorstechenden Stärken. Wenn Sie nun in Ihrem Berufsalltag diese Stärke anwenden können und Ihre Kreativität in verschiedenen Situationen einsetzen können, z.B. wenn es darum geht, das Design der Firmenhomepage zu verändern, oder eine innovative Lösung für eine Arbeitsaufgabe zu finden, dann führt dass dazu, dass Sie mit einer großen Wahrscheinlichkeit…

a) …mehr Arbeitsengagement haben: das heißt, wenn Sie kreativ sein können, ist das (wie bei allen Signaturstärken) gekoppelt an ein Freiwerden von Energie, Flow-Erleben und mehr Freude und Motivation an der Tätigkeit.

b) …ein geringeres Risiko für Burnout haben: das heißt, wenn Sie Ihre Stärke regelmäßig anwenden können, sinkt das Risiko, dass Sie sich unmotivert, ausgebrannt, emotional erschöpft oder zynisch fühlen.

c) … ein höheres Wohlbefinden entwickeln: das heißt Sie werden gehäuft positive Emotionen, seltener negative Emotionen, mehr Lebenszufriedenheit und auch ein erhöhtes Werteglück erleben.

d)… eine bessere psychische und körperliche Gesundheit erleben: das heißt, dass sich die Anwendung der Signaturstärken, welche indirekt zu einem geringeren Erkrankungsrisiko für Burnout und zu mehr Arbeitsengagement führt, längerfristig positiv auf Ihre gesamte Gesundheit auswirkt.

Das war nun ein Beispiel im Arbeitskontext. Das gleiche gilt auch für die Anwendung der Signaturstärken im Privatleben, in Ihren Beziehungen, Hobbys und allen anderen Bereichen in Ihrem Leben.

Diesen Zusammenhang können Sie für Ihr persönliches Glück nutzen!

Hierzu gibt es eine sehr wirksame Übung aus der Positiven Psychologie:

„Stärken anwenden“

  1. Der erste Schritt der Übung besteht darin, sich seiner Stärken überhaupt erstmal bewusst zu werden und sich die Frage zu stellen: „Was sind meine Stärken?
  2. Anschließen geht es darum, sich zu überlegen: „In welchen Situationen wende ich meine Stärken derzeit an?“ (und zwar in verschiedenen Kontexten)
  3. Und dann geht es darum Möglichkeiten zu finden, um die beiden Fragen zu beantworten:
    a) „Wie kann ich meine Stärken öfter anwenden?“
    b) „Wie kann ich meine Stärken in einem anderen Kontext/ in neuen Situationen einsetzen?“

Häufig ist es so, dass unsere Stärkenpotenziale nicht voll ausgeschöpft sind. Meist einfach deshalb, weil wir uns deren nicht bewusst sind. Mit der Zeit werden wir dann eine Art „Stärkenbrille“ aufsetzen, mit der wir zunehmend Möglichkeiten und Chancen entdecken werden, in denen wir unsere Stärken vermehrt nutzen können.

Geben Sie dem Ganzen eine Chance und probieren Sie es aus. Denn um es mit Goethes Worten zu sagen:

Es ist nicht genug, zu wissen,
man muss auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen,
man muss auch tun.

Johann Wolfgang von Goethe

Denn seine Stärken zu kennen, zu nutzen und in verschiedenen Situationen anzuwenden… kann ein kleines Stückchen Glück bedeuten. Und das jeden Tag.

Ihre

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

Freundschaften pflegen: Der Freundlichkeitstag

Beziehungen gelten als eines der drei psychologischen Grundbedürfnisse neben Autonomie und Kompetenzerleben, welche die Forscher Deci and Ryan in ihrer Selbstbestimmungstheorie postuliert haben. Die drei Grundbedürfnisse wurden von der Wissenschaft mittlerweile vielfach kulturübergreifend bestätigt. Wir können also mit Sicherheit sagen, dass die Befriedigung derselben für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit von großer Bedeutung ist.

Wir sind soziale Wesen und positive Beziehungen tragen einen ganz wesentlichen Teil zu unserem Wohlbefinden bei. Unser Partner/unsere Partnerin, gute Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte – sie alle spielen eine bedeutsame Rolle für unser Werteglück. Positives Feedback, freundliche Worte oder angeregte Gespräche führen im Normalfall dazu, dass wir uns gut fühlen, Energie bekommen und uns wahrgenommen fühlen. Menschen brauchen wichtige nahestehende Bezugspersonen, auf die sie sich verlassen können. Sie brauchen aber auch das Gefühl, dass andere sie brauchen. Wir alle möchten so geschätzt, geliebt und respektiert werden wie wir sind.

Wenn Sie in Beziehungen investieren, investieren Sie in Ihr Glück und in Ihre psychische sowie körperliche Gesundheit!

Die Positive Psychologie hat viele Interventionen aus diesem Bereich wissenschaftlich überprüft.
Eine Übung, die ich Ihnen vorstellen möchte ist der so genannte

„Freundlichkeitstag“
Suchen Sie sich dafür einen Tag aus, an welchem Sie so viele Möglichkeiten wie möglich nutzen, um freundlich zu sein. Versuchen Sie mindestens fünf Situationen zu finden.

Was sind das für Situationen? Nun, Sie können Ihre Freundin zum Essen einladen und ihr etwas gutes Kochen, oder Sie sagen Ihrem Arbeitskollegen Danke für seine Unterstützung. Vielleicht lächeln Sie jemand Fremden auf der Straße einfach an, oder Sie lassen jemanden an der Kasse am Supermarkt vor. Sie könnten eine Extrarunde mit dem Hund drehen, Ihre Großeltern nach langer Zeit einmal wieder anrufen oder sich einen ganzen Tag Zeit für Ihre kleine Tochter nehmen und jeden Moment mit ihr genießen… Seien Sie kreativ und probieren Sie es aus!

Wichtig ist, dass Sie die fünf Dinge alle an ein und demselben Tag machen, um die volle positive Wirkung zu erreichen.

Zum Abschluss nehmen Sie sich abends ca. zehn Minuten Zeit um aufzuschreiben, wie Sie sich jeweils nach den fünf Ereignissen gefühlt haben …. als die fremde Person überrascht zurück gelächelt hat, Ihre Freundin Sie umarmte oder Ihre Tochter Ihnen strahlend eine Sandburg baute…

Diese Übung lässt sich auch perfekt mit der Übung „Die Drei Schätze“ verbinden.

Damit haben Sie dann höchstwahrscheinlich schon zwei Übungen in einem Schwung erledigt und abends einige schöne Erlebnisse, an die Sie sich erinnern können.

Wenn Ihnen der Freundlichkeitstag gefallen hat, versuchen Sie ihn regelmäßig umzusetzen, vielleicht jeden ersten Sonntag im Monat, an den Feiertagen oder im Urlaub…

Denn was gibt es Schöneres, als uns gegenseitig emotional zu berühren, uns gegenseitig Halt zu geben, zuzuhören und füreinander da zu sein?
Oder um es mit den Worten Rilkes zu sagen:

[…] alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

R. M. Rilke

Ihre

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck