Wie jedem Tag ein (Weihnachts-) Zauber innewohnen kann

Der Duft frisch gebrannter Mandeln und heißen Glühweins liegt in der Luft. Wir freuen uns darauf, gemeinsam Zeit mit unseren Lieben zu verbringen, in den vertrauten Kreis der Familie zurück zu kehren, oder einfach in Ruhe Zeit für uns selbst zu haben. Wir können ohne schlechtes Gewissen gut essen, uns etwas gönnen und genießen…

Aus positiv psychologischer Sicht hat Weihnachten das Potenzial zum perfekten Genusstag, da es Unmengen an Chancen zum achtsamen und bewussten Genießen bietet.

Was die Weihnachtszeit so einzigartig macht:

  1. Wenn Weihnachten vor der Tür steht, ist für uns alle klar: Dafür nehmen wir uns Zeit. Zeit zu feiern, Zeit für unsere Lieben, Zeit für gutes Essen, Zeit für Geschenke (finden, geben und annehmen), Zeit für Entspannung und Zeit zum Genießen.
  2. Stellen Sie sich vor, Sie gehen über den Christkindlmarkt. Sie nehmen die verschiedensten Gerüche war, von welchen der eine oder andere Ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Ihre Wahrnehmung ist breit, sie möchten so viele Eindrücke wie möglich sammeln. Die Holzfiguren auf der rechten Seite, die bunten Mützen auf der linken und die kandierten Früchte schräg vor Ihnen. Sie spüren die Wärme, die vom Maroni-Ofen ausgeht, Sie hören die Geräusche der Menschen um Sie herum und Sie spüren wie die Kälte um sie herum im Kontrast zu der warmen Glühweintasse in Ihren Händen steht.
  3. Viele von uns möchten Weihnachten oder die darauf folgenden Feiertage mit Familie, Freunden und nahestehenden Personen verbringen. Häufig ist es so, dass die Vorweihnachtszeit eher stressig ist, wir noch in diesem Jahr die angefangenen Dinge beenden möchten. Nebenbei wollen wir noch die richtigen Geschenke finden, das Weihnachtsessen zusammenstellen und die Weihnachtsdekoration anbringen. Das führt häufig dazu, dass wir in dieser Zeit eher weniger (oder weniger bewusste) Zeit für unsere Lieben haben. Dafür ist es dann an Weihnachten umso schöner. Alle kommen zusammen, der Baum duftet, die Kerzen brennen, die Vorfreude auf Essen und Geschenke ist groß und wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit. Egal ob klein oder groß – die Augen leuchten beim Auspacken der Geschenke und die Stimmung ist festlich.
  4. Wann, wenn nicht sich an Weihnachten etwas gönnen? An Weihnachten, beschließen wir, da schauen wir einmal nicht so aufs Geld. Wir machen die beste Flasche Wein auf, die wir haben, kochen etwas, das wir in der Regel nicht jeden Tag auf dem Tisch haben, verfeinern es, dekorieren und dann genießen wir jeden Bissen. Die Vorfreude ist oft schon Tage im Voraus spürbar und nimmt dann Ihren Höhepunkt kurz vor der Bescherung. Wir gönnen uns Gutes, wir genießen, wir freuen uns (miteinander), und wir sagen Danke.
  5. Der Weihnachtsbaum, die Deko, das gute Essen, der Ort, an dem wir feiern, der mögliche Kirch- oder Spaziergang, der sich jährlich wiederholende Fernsehfilm… all das sind Teile eines großen Rituals, welches bei vielen von uns einen großen Teil des Weihnachtszaubers ausmacht.

Was wir daraus lernen können:

  1. Zeit nehmen
    Auch außerhalb der Weihnachtszeit ist es eine wichtige Quelle von Wohlbefinden, wenn wir dem Alltag für einige Stunden oder Momente verlassen, indem wir uns Freiräume schaffen. Wenn wir möglichen Stress beiseite stellen und uns Zeit nehmen für uns selbst, unsere Familie, Freunde und Hobbys. Das ist die Voraussetzung dafür, um Glück überhaupt erst wahrnehmen zu können.
  2. Wahrnehmen und Genießen
    Wer kennt es nicht, wir eilen durch die Stadt z.B. auf dem Weg zu einem Termin oder auf dem Weg in die Arbeit. In diesem Moment ist unsere Wahrnehmung eingeschränkt, wir nehmen nur einen kleinen Ausschnitt von dem war, was um uns herum passiert. Möglicherweise läuft ein Bekannter an uns vorbei, doch wir nehmen ihn erst war, als er uns anspricht.
    Doch gerade im Alltag, in unseren täglichen Aktivitäten bietet das achtsame Wahrnehmen ein enormes Potenzial für unser Glück. Wenn wir hin und wieder einen bewussten Atemzug nehmen, den Blick etwas breiter werden lassen, die schönen Dinge um uns herum wahrnehmen und auf uns wirken lassen – dann trägt das sehr zu unserem Glückserleben bei. Der Knackpunkt liegt neben dem Wahrnehmen auch im Genießen. Die Forschung zeigt, dass es zu deutlich mehr Wohlbefinden führt, wenn wir uns nach dem bewussten Erleben noch zusätzlich Zeit nehmen, um uns unsere Erlebnisse und Eindrücke sowie die dabei entstandenen Gefühle und Gedanken noch einmal bewusst zu machen, sie wert zu schätzen und nochmals zu durchleben.
    Zum Genießen gibt es ein konkretes Glücksrezept: Genuss-Glücksrezept.
  3. Verbunden sein
    Nirgends ist sich die Forschung so einig, wie bei der Bedeutung von positiven Beziehungen auf unser Wohlbefinden. Ein großer Bestandteil, der den Weihnachtszauber ausmacht, ist das Zugegensein anderer Menschen, das gemeinsame Lachen, die gemeinsamen Gespräche und die gemeinsame Zeit. Wir alle streben nach Geborgenheit, nach Gemeinsamkeiten und nach dem Gefühl sozial eingebunden zu sein. Sich im Alltag immer wieder Freiräume zu schaffen, in welchen andere uns wichtige Personen Platz finden, ist mit der bedeutendste Faktor für unser persönliches Glück.
    Glücksrezept-Freundschaften pflegen.
  4. Dankbarkeit
    Gerade im Weihnachtskontext ist Dankbarkeit etwas, das Viele von uns kennen. Dankbarkeit kann auf Einzelpersonen bezogen sein, da sie sich für uns Zeit genommen haben oder uns eine Freude bereitet haben. Dankbarkeit kann sich aber auch auf größere Dinge beziehen, wie z.B. gesund zu sein, nahestehende Menschen oder einen Job zu haben.
    Dankbar zu sein, die positiven Dinge wahrzunehmen und zu schätzen, führt dazu, dass wir uns glücklicher fühlen.
    Glücksrezept zur Dankbarkeit.
  5. Positive Rituale
    Rituale müssen nicht nur auf Weihnachten, Silvester oder Geburtstage beschränkt sein. Kleine angenehme Gewohnheiten sind insbesondere im Alltag eine Quelle von guten Gefühlen. Rituale geben uns Sicherheit, sind uns vertraut, lassen uns in den Flow gehen und führen dazu, dass wir uns gut fühlen. Wichtige Rahmenbedingungen für Rituale sind der immer gleiche Ablauf, möglichst die gleiche Zeit/ der gleiche Tag und das Vorhandenseins eines Symbol, welches das Ritual für uns verkörpert.
    Ein schönes Ritual für den Abend – welches nebenbei noch Schlafstörungen vorbeugt – finden Sie hier: Die-Drei-Schätze

Weihnachten ist für uns alle mit Gefühlen, Bildern und Erinnerungen verknüpft. Sofern diese angenehm sind, können sie uns daran erinnern, wie wir den Zauber, welchen Weihnachten innehat, auch über das ganze Jahr hinweg immer wieder in unser Leben mit einfließen lassen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein glückliches und verzaubertes neues Jahr!

Ihre,

Psychologe Innsbruck
Psychologin in Innsbruck

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