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Achtsame Fotografie: Mit der Kamera den Blick schärfen

Achtsamkeit beschreibt eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit: wahrnehmen, was gerade ist – ohne es sofort zu bewerten. Dieser Zustand lässt sich üben, und die Forschung verbindet regelmäßige Achtsamkeitspraxis mit einer Reihe günstiger Zusammenhänge, etwa mit Wohlbefinden und positiven Gefühlen.

Nicht jede Achtsamkeitsübung passt zu jedem Menschen. Wer mit Meditation wenig anfangen kann, findet vielleicht Freude an einer spielerischen Variante, die Jaime Kurtz und Sonja Lyubomirsky in den wissenschaftlichen Blick gerückt haben: die Achtsame Fotografie.

Die Übung

  1. Sie brauchen nur ein Smartphone oder eine Kamera.
  2. Nehmen Sie sich vor, heute mindestens fünf Fotos von Dingen zu machen, die Ihnen auffallen, gefallen oder Sie berühren – ein Lichtspiel, ein Detail am Wegrand, ein Gesicht, ein Schatten.
  3. Der eigentliche Kern ist nicht das Foto, sondern das Suchen: Wer fotografierenswerte Momente finden will, schaut anders – aufmerksamer, offener, neugieriger.
  4. Am Abend können Sie die Bilder kurz ansehen: Was habe ich heute gesehen, das mir sonst entgangen wäre?

Warum das funktioniert

Die Übung nutzt das Prinzip der Salienz: Unsere Aufmerksamkeit findet, worauf sie eingestellt ist. Der Fotoauftrag stellt den inneren Suchscheinwerfer auf „bemerkenswert und schön“ – und verändert damit den Blick auf einen ganz gewöhnlichen Tag.

Es geht nicht um perfekte Bilder und nicht um Social Media. Die Fotos sind nur der Anlass – die eigentliche Übung passiert im Blick. Wer mag, lässt die Bilder ganz privat – oder erzählt einem nahestehenden Menschen von den festgehaltenen Momenten: Geteilte Freude verstärkt die positiven Gefühle oft noch.

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