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Resilienz: Was Erdmännchen und Kängurus damit zu tun haben

Krisen, Rückschläge und Belastungen gehören zu jedem Leben. Menschen mit hohem Wohlbefinden unterscheiden sich von anderen nicht dadurch, dass ihnen weniger zustößt – sondern oft darin, wie sie mit dem umgehen, was ihnen zustößt. Genau darum geht es bei Resilienz: der psychischen Widerstandskraft.

Von Erdmännchen und Kängurus

Ein Bild, das ich in Vorträgen gern verwende: Erdmännchen sind wunderbare Tiere – und ständig auf der Hut. Sie stehen Wache, scannen die Umgebung, immer bereit, Alarm zu schlagen. Diese Wachsamkeit schützt sie; im Dauerzustand wäre sie für uns Menschen aber vor allem anstrengend: ständige Anspannung, den Blick immer auf mögliche Gefahren gerichtet.

Kängurus begegnen der Welt anders: mit kraftvollen Beinen, die sie über Hindernisse tragen, und einem Schwanz, der ihnen Balance gibt. Sie weichen Gefahren nicht weniger aus – aber ihre Grundhaltung ist Vorwärtsbewegung, nicht Daueralarm. Resilienz heißt nicht, die innere Alarmanlage abzuschalten. Es heißt, neben der Wachsamkeit auch die eigenen Sprungkräfte zu entwickeln: Ressourcen, die über Hindernisse tragen, und Halt, der die Balance bewahrt. Ein Detail macht das Bild besonders treffend: Kängurus springen umso höher, je stärker sich ihr Körper vor dem Absprung komprimiert – gut abgefedert kann Belastung also sogar Sprungkraft aufbauen.

Was Resilienz stärkt

  • Tragfähige Beziehungen: Menschen, die auffangen, zuhören, da sind.
  • Eigene Stärken kennen: wissen, worauf man sich bei sich selbst verlassen kann.
  • Emotionen ernst nehmen: Belastendes wahrnehmen und benennen, statt es wegzudrücken (emotionale Intelligenz).
  • Zuversicht und Handlungsspielraum: den Blick auch auf das richten, was beeinflussbar ist.
  • Erholung: Kraft lässt sich nur aus Reserven schöpfen, die auch wieder aufgefüllt werden (Erholung).

Resilienz ist keine Charakterfrage und keine Pflicht, an allem zu wachsen. Manche Belastungen sind schlicht zu groß, um sie allein zu tragen – sich Unterstützung zu holen, ist dann kein Mangel an Widerstandskraft, sondern Ausdruck davon.

Zu Resilienz und gesundem Umgang mit Belastung halte ich auch Vorträge und Workshops für Teams und Organisationen.

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