Manchmal gehen wir in einer Tätigkeit so auf, dass wir die Zeit vergessen: beim Musizieren, Kochen, Programmieren, Klettern, Schreiben. Dieser Zustand wird in der Psychologie Flow genannt – das vollständige Aufgehen im Tun.
Wann entsteht Flow?
Flow entsteht am ehesten, wenn eine Aufgabe uns fordert, aber nicht überfordert: Die Anforderung passt zu unseren Fähigkeiten, das Ziel ist klar, und wir bekommen unmittelbar mit, ob es vorangeht. Ist die Aufgabe zu leicht, entsteht Langeweile; ist sie zu schwer, Anspannung.
Flow und Stärken
Ein guter Weg zu mehr Flow führt über die eigenen Charakterstärken: Tätigkeiten, in denen wir einsetzen können, was uns wirklich entspricht, fühlen sich häufiger stimmig und energiegebend an. In meiner eigenen Forschung zeigte sich, dass die Anwendung der Signaturstärken – gerade auch im Beruf – mit Wohlbefinden und Gesundheit zusammenhängt (mehr dazu: Was die Forschung über Stärken und Wohlbefinden zeigt).
Flow im Alltag einladen
- Überlegen Sie, bei welchen Tätigkeiten Sie die Zeit vergessen – und planen Sie solche Phasen bewusst ein.
- Schützen Sie diese Zeiten vor Unterbrechungen (Benachrichtigungen aus, Tür zu).
- Justieren Sie den Schwierigkeitsgrad: Zu leichte Aufgaben anreichern, zu schwere in Etappen teilen.
Flow lässt sich nicht erzwingen – er ist ein Nebenprodukt guter Passung zwischen Aufgabe und Person. Und nicht jede Tätigkeit muss Flow erzeugen: Auch Routine und Leerlauf haben ihren Platz.